Bibelstunde für Comedians Teil 3

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Bibelstunde für Comedians Teil3

Bibelstunde für Comedians, Teil 3
 
Im Teil 2 Herr Nuhr, diskutierten wir Ihre netten Scherze über die Ihrer Meinung nach, realen 6×24 Stunden Schöpfungstage. Des weiteren hatten wir erfahren, das wir von Friedrich Gaus wissen, “Zeit ist dehnbar” und von Einstein “Zeit ist relativ”.
 
Übrigens glaube ich, dass sogar Einstein im Kontext Zeit, in der Bibel geklaut hat, oder sagen wir mal, durch die Bibel inspiriert wurde.
 
2. Petrus 2:8:
 
„Dieses eine aber sollt ihr nicht übersehen, Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag!“ (Schlachter Bibel)
 
Und dann ging Einstein vielleicht ein Licht auf und er fing an mal über die Zeit nachzudenken.
 
Diese biblische Definition haben Sie Ihren Zuschauern aber vorenthalten, Herr Nuhr! Also wenn man sich ein Buch schnappt und dessen Inhalt anzweifelt oder diskreditiert, dann ist das nur legitim, wenn man alle Informationen und Aussagen mit einbezieht. Alles andere ist unseriös. Ich will jetzt nicht behaupten, dass die Erschaffung der Welt genau 6000 Jahre gedauert hat. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Tatsache ist, gemäß der Bibel entspricht ein Tag Gottes ein Tag tausend Jahre.
 
Im modernen Projektmanagement spricht man bspw. von Phasenmodellen. Phasen können dabei 3 oder 4 Wochen dauern als auch 10 – 15 Monate oder noch länger. Im agilen Projektmanagement spricht anstatt von Phasen, von Sprints. Ein Sprint dauert in Projekten nicht 100 Meter, er sollte standardmäßig etwa zwei Wochen dauern.
 
Sie sehen Herr Nuhr, auch im modernen Zeitalter existieren in Bezug auf Zeit Platzhalter, die im ersten Moment nicht für Jedermann erklärbar sind.
 
Gott hat seine Phasen nun mal „Schöpfungstage“ genannt. Laut dem Project Management Institute USA, ist jeder Projektmanager frei, die Dauern und Aufwände zu schätzen und diese Phasen namentlich zu benennen. Schöpfungswochen, Schöpfungsjahre oder Schöpfungsjahrtausend…… hört sich auch irgendwie blöd an. Ihren Lebensabend würden Sie auch nicht mit Begriffen wie Lebensjahrzehnt, Lebensquartal oder noch schlimmer, Lebensabschlussphase bezeichnen. Lebensabend hat was Poetisches, der Begriff vermittelt etwas Entspanntes oder Wohlklingendes, ähnlich den Schöpfungstagen.
 
2. Zitat von Ihnen, Herr Nuhr, sinngemäß:
 
„Gott hat in 6 Tagen die Welt erschaffen. – Das finde ich knapp. Ich habe mit meinen Handwerkern da andere Erfahrungen gemacht“.
 
Hier könnte man meinen, Sie sind in die Bibel doch etwas tief gängiger eingestiegen. Der Begriff „Handwerker“, ist hier durchaus von Relevanz. Aber das wird sich gleich wohl als Trugschluss herausstellen.
 
In Ihrer Kritik auf der Bühne sprechen Sie immer nur von Gott. Das es da noch einen oder mehrere andere Protagonisten geben könnte, das geht aus Ihren Statements nicht hervor. Im Bibelbuch Sprüche finden wir einen weiteren Bericht zu Schöpfung der Erde:
 
Sprüche 8:23-31 (Schlachter Bibel)
 
22 Der Herr besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte[4], vor aller Zeit.
 
23 Ich war eingesetzt[5] von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde.
 
24 Als noch keine Fluten waren, wurde ich geboren, als die wasserreichen Quellen noch nicht
 
flossen.
 
25 Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren.
 
26 Als er die Erde noch nicht gemacht hatte und die Fluren, die ganze Summe des
 
Erdenstaubes,
 
27 als er den Himmel gründete, war ich dabei; als er einen Kreis abmaß auf der Oberfläche der
 
Meerestiefe,
 
28 als er die Wolken droben befestigte und Festigkeit gab den Quellen der Meerestiefe;
 
29 als er dem Meer seine Schranke setzte[6], damit die Wasser seinen Befehl nicht
 
überschritten, als er den Grund der Erde legte,
 
30 da war ich Werkmeister[7] bei ihm, war Tag für Tag seine Wonne und freute mich vor
 
seinem Angesicht allezeit;
 
31 ich freute mich auf seinem Erdkreis und hatte meine Wonne an den Menschenkindern.
 
Hört sich dieser Bericht nach einem Zauberer an, Zack, Zack, Zack, geschweige denn Urknall, Bum, Bum und alles war da? Einmal mit dem Finger schnippen?
 
Als Experte für Projektmanagement sage ich Ihnen, der Bibeltext ist die prosaische Beschreibung eines Phasenmodells. Zwar auf oberster Verdichtungsebene, aber diese Vorgehensweise ist auch heute bei einer Top Down Planung in Projekten immer noch üblich. Man könnte aus dieser Beschreibung auch zuerst einen Projektstrukturplan erzeugen. Auf der obersten Ebene ergäben sich meiner Ansicht nach 14 Liefergegenstände:
 
1. Der Sockel der Erde
 
2. Die Form der Erde als Kugel
 
3. Berge
 
4. Quellen
 
5. Flüsse
 
6. Staub, Erde, Land
 
7. Wolken
 
8. Das Meer
 
Diese erste Ebene eines Projektstrukturplans kann man jetzt um die Elemente aus 1. Mose Kapitel 1 erweitern.
 
9. Pflanzen, Bäume, Gras
 
10. Licht, Tag und Nacht
 
11. Meerestiere
 
12. Fliegende Geschöpfe
 
13. Wildtiere und Haustiere
 
14. Menschen
 
Auf der obersten Ebene eines Projektstrukturplans würde ich die Darstellung als ziemlich vollständig empfinden. Dass die Bibel jetzt nicht jede Kategorie im Detail beschreibt, scheint mir logisch. Dann hätten wir ja nichts mehr zu erforschen. Interessant ist aber, dass “Licht” gleich nach “Pflanzen” kommt. Pflanzen benötigen die Fotosynthese um Sauerstoff zu erzeugen. Danach kommen dann erst Menschen und Tiere.
 
Wie aber auch unschwer zu erkennen ist Herr Nuhr, war Gott nicht allein mit der Schöpfung der Erde beschäftigt. In Ihrer Show sprechen Sie ja immer nur von Gott. Deutlich wird in diesem Text, er hatte einen Werkmeister! Heute, im Kontext von Projektmanagement nach PMI, würde man Gott die Rolle des Sponsors zuordnen, und die des Werkmeisters der Rolle des Projektmanagers (PmBok Guide des PMI).
 
Und da, wo ein Projektmanager ist, sind auch Ressourcen nicht weit, in dem Fall die „Manpower“ respektive „Angelpower“. Eine der Hauptaufgaben eines Projektmanagers ist es, den Ressourceneinsatz zu planen. Bei einer Terminplanung zur Erschaffung der Erde, kommt es erheblich auf die Manpower und deren Leistungsfähigkeit an. Auch da gibt uns die Bibel Hinweise. In der Bibel wird ein Engel beschrieben, der in einer Nacht 185000 Assyrer tötete. Ich hatte mich Ihnen ja schon vorgestellt. Solch eine Manpower für den Berliner Flughafen, da wäre Tegel seit Jahren Geschichte. Wobei es auch auf Kopfarbeit ankommt, dafür haben wir ja unseren Werkmeister.
 
Jetzt würden Sie bezogen auf die 185000 Assyrer, in Ihrer Bühnenschau vielleicht wieder kommentieren, „Alle einfach hin meucheln, Hauptsache tot!“ implizierend, dass Gott bei seinen Urteilen nicht differenziert. Diese Kritik werde ich später noch konkreter wiederlegen. Da gab mir Gott klare Anweisungen. Ich kann Ihnen aber jetzt schon sagen, die Soldaten hatten alle den Tod verdient.
 
 
Wie brutal war das assyrische Herr?
 
Welche Informationen die Bibel bezüglich der Berechnung einer Manpower, von 20 000 000 000 000 Männern enthält.

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