Fleisch oder kein Fleisch? Das ist hier die Frage! Teil 2

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Jumbo
Fleisch oder kein Fleisch? Das ist hier die Frage! 2.Teil
Leser stellten Fragen und warfen Gegendarstellungen auf, mit meiner Ansicht nach interpretierbaren Bibelstellen auf, die die Frage nicht eindeutig klären. Von daher möchte ich mit dem 2. Teil auf diese Gegenargumente eingehen.
In eigener Sache: Ich stelle immer wieder fest, dass Leser, die in Opposition gehen oder anderer Meinung sind, gar nicht auf die Argumente eingehen, sie einfach ignorieren. Es werden entweder neue Fragen gestellt oder neue Nebenkriegsschauplätze auf gemacht, oder ganz schlimm, man wird beleidigt und herunter gemacht. Auch Jesus erlebte solch destruktive Kommunikation. Wie ging er damit um?
„Wenn ihr meine Fragen nicht beantwortet, beantworte ich auch nicht eure Fragen!“
Am extremsten zeigt sich diese destruktive Kommunikation im Umfeld der Evolutionisten. Hier kann man mit den Worten von Jean-Jacques Rousseau konstatieren:
„Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen!“
Argument einer Leserin:
Jesaja 65:25 „Wolf und Lamm werden zusammen weiden, der Löwe wird Stroh fressen wie der Stier und die Schlange wird sich von Staub ernähren. Auf meinem ganzen heiligen Berg werden sie weder Schaden noch Unglück anrichten“, sagt Gott.
Dieses Argument reicht der Leserin aus, um zu belegen, dass im zukünftigen Paradies kein Fleisch mehr gegessen wird.
Grundsätzlich gilt: “Die ganze Bibel ist von Gott inspiriert und nützlich zum Richtigstellen der Dinge…..” Interpretationen einzelner Bibelstellen sollten möglichst unterlassen werden. Einzelne Aussagen müssen immer im Kontext der 32000 Bibelstellen erfolgen.
Gegenargument 1:
Wer wir hier angesprochen? Wolf und Löwe, oder die Menschen?
Was meint Gott mit „Schaden“? Lässt die Bibel den Schluss zu, dass das Töten von Tieren einen Schaden darstellt?
Auf keinen Fall! Die Opferungen zehntausender Tiere fanden Gottes Wohlgefallen. Das begann schon mit Abels Opfer. Immer wieder erwähnt die Bibel wie Gott den aufsteigenden Rauch der Opfer genießt. Warum sollte Gott plötzlich das Töten von Tieren als „Schaden“ bezeichnen?
Jakobus 1:17: Gott….bei dem keine Veränderung und keine zeitweilige Verdunkelung stattfindet.“
Sollten Löwe und Wolf fleischlos leben, weil dadurch der Mensch geschützt würde? Auch das wird durch die Bibel nicht bestätigt!
1.Mose 9:2
„Und Furcht und Schrecken vor euch soll weiterhin auf allen Tieren der Erde und auf allen Vögeln des Himmels! Mit allem, war sich auf dem Erdboden regt, mit allen Fischen des Meeres sind sie in eure Hände gegeben. 3 Alles, war sich regt [1] , war da lebt, solleuch zur Speise sein; wie das grüne Kraut gebe ich es euch alles.
Hier sind zwei wichtige Begriffe enthalten: „weiterhin“ und „soll“.
Die Tiere hatten also schon vor der Sintflut Scheu vor dem Menschen. „Weiterhin“ sollten die Tiere Furcht und Schrecken vor den Menschen beibehalten. Die Wildtiere müssen definitiv kein Stroh oder Staub fressen, weil der Mensch geschützt werden muss.
Die Frage, die sich stellt, hatten die Tiere auch Scheu vor dem Menschen, vor dem Sündenfall? Da gibt es nur einen kleinen Hinweis, der in diesem Kontext eine Aussage machen könnte.
1.Mose 2:20
Der Mensch gab den Haustieren, den fliegenden Tieren des Himmels und den Wildtieren des Landes Namen, aber er hatte niemand, der ihm half und zu ihm passte.
Die Bibel unterscheidet zwischen Wildtieren und Haustieren. Stell Dir vor, eine Büffelherde oder Elefanten Herde führt eine Stampede quer durch Deinen mühevoll angelegten Rosengarten durch. Da wirst Du Dir sicherlich nicht sagen, „Ist es nicht schön, dass die Wildtiere keine Angst mehr vor uns haben und sich in unserem Garten spielen?“
Ich kenne keine Bibelstelle, die beschreibt, wie ein Mensch, geschweige ein Kind, einen Löwen oder Tiger streichelt oder mit einer Schlange spielt.
Jesaja 11:8:
Der Säugling wird über dem Versteck der Kobra spielen
und das entwöhnte Kind wird seine Hand über die Höhle einer Giftschlange legen.
Drückt der Text aus, dass das Kind mit der Schlange spielt? Oder drückt der Text aus, dass die Schlange keinem Menschen ein Leid antun wir?
Damit will ich nicht sagen, dass es nicht möglichsein wird, einen Löwen zu streicheln. Es gibt heute schon genügend Fälle, bei denen Menschen mit Wildtieren, zusammen in einer Wohnung leben.
Das Wörtchen „soll“ wird in manchen Bibelübersetzungen mit „kann“ übersetzt. Die Interlinearübersetzung verwendet „soll“. Auch der gesamte Kontext 1:Mose 9:1-7 hat „Anweisungscharakter“.
Die Frage die hier entsteht: Warum hat Gott Noah angewiesen Fleisch zu essen?
Gegenargument 2:
Jesaja 65:25 könnte eine Art Narrativ sein. Jesus nutzte häufig Bilder, Gleichnisse oder Narrative. Nehmen wir folgende Aussage Jesu: “….es wird furchteinflößende und große Zeichen vom Himmel her geben.”
Warum nannte Jesus die “Zeichen” nicht offen, um die es sich handelt würde? Meine Vermutung:
Mich hat beim Joggen eine Rotte Düsenjäger in etwa 20 Meter Höhe, dicht an dicht überflogen. Das ist wirklich furchteinflößend. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, die hätten Napalm oder Bomben heruntergelassen, kaum auszudenken, was Menschen durchmachen, die solche Angriffe erleben oder erlebt haben.
Aber hätte Jesus von Düsenjägern, Marschflugkörpern, Drohnen und Raketen sprechen sollen? Das hätte noch im Jahre 1902 niemand verstanden.
Warum könnte Jesaja 65:25 ein Narrativ sein?
Was mich irritiert ist, dass sich eine Schlange von Staub ernähren soll. Menschen und Tiere verfügen über einen hohen Anteil an identischer DNA. Evolutionisten benutzen diese Tatsache, um auf einen gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Affen zu verweisen.
Richtig ist, Gott hat eine „Basismasse“ an DNA orientierter Materie geschaffen, die er als Grundstoff für alle Lebewesen verwendet hat. Nur 3% – 4% der DNA sollen Menschen vom Affen unterscheiden. Mit 50% gehen wir sogar konform zur Banane. Nur 1% der DNA sollen die Unterschiede der gesamten Menschheit definieren. Wobei die „Neue Biologie und Epigenetik“ deutlich machen, warum das möglich ist.
Der Organismus der Schlange müsste quasi vollkommen neu entwickelt werden. Werden Krokodile auch Staub fressen?
Das stärkste Argument gegen den „Staub“ als Ernährung der Schlange, finden wir in 1. Mose 3: 14: Gott verfluchte die Schlange und versprach ihr: „Du wirst Staub fressen alle Tage Deines Lebens!“
Frisst die Schlange Staub?
Das erinnert mich eher an den Motorradfahrer der seinem Konkurrent vor einem Rennen droht: „Du wirst meinen Staub schlucken!“
Löwen und Wölfe dagegen sind Säugetiere. Es existieren ausreichend Säugetiere, die den Nachweis erbringen, dass Stroh, Heu oder Gras zur Ernährung ausreicht. Auch Hunde fressen teilweise Gras.
Daraus entstehen aber viele weitere Fragen.
Wie funktioniert das Gleichgewicht in der Tierwelt? Wird Gott die Fortpflanzung abschaffen? Keine kleinen Katzen, die miteinander raufen? Keine Hundewelpen und kleine Elefantenbabys, die herumtollen?
Grundsätzlich spricht die Bibel nur davon, „dass die Ewigkeit ins Herz der Menschen gelegt wurde“, nicht der Tiere. (Prediger 3:11)
Konklusion:
Der Text aus Jesaja 65:25 kann auf keinen Fall Aufschluss darüber geben, ob in der zukünftigen „Neuen Welt“ Fleisch gegessen wird oder nicht. Er lässt sich nur sehr interpretierend auf Fleischverzicht anwenden. Es sind auf jeden Fall die biblisch begründeten Fragen zu klären:
1. Warum werden in ersten Mose 4:4 bezüglich Abels Opfer, explizit die „fetten Fleischteile“ genannt?
2. Warum ließ Gott den Israeliten Fleisch (Wachteln) vom Himmel regnen?
3. Warum reagiert Gott immer positiv auf Fleischgeruch?
4. Warum aß Jesus als vollkommener Mensch und Bruder Adams, Fleisch?
5. Warum sagte Jesus, dass er erst im Königreich Gottes wieder vom Passah essen und Wein trinken wird?
6. Warum sollte Noah Fleisch essen?
Es ist ich nicht legitim, eine Bibelstelle zu verwenden, die zudem noch die Gefühle von Tier Liebhabern und Präferenzen von Vegetariern anspricht.
Ein echter Christ respektiert 2. Timotheus 3:16: “Die ganze Bibel ist von Gott inspiriert und nützlich zum Richtigstellen der Dinge…..”
Ein echter Christ argumentiert nicht aus dem Ärmel und behauptet seine Meinung beruht auf der Bibel.
Ein echter Christ referenziert alle Bibelstellen, die seine Aussagen stützen, damit auch Bibel unkundige Menschen die Aussagen mit der Bibel verifizieren können.
Ein echter Christ benutzt die Bibel nicht aufgrund persönlicher Präferenzen. Bildnachweis: Powtoon.com

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