Heute: Aristoteles nikomachische Ethik.

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Aristotels

Indikativ: Mutlus neues, philosophisch/biblisches Paradigma

In Mutlus Reihe zur Philosophie, steht die Kongruenz menschlicher Philosophie und der von Gott inspirierten Bibel im Mittelpunkt. Hierbei handelt es sich um echtes „Querdenken“! Warum? Weil abgesehen von in sich ruhenden, selbstgefälligen Theologen, kaum noch jemand die Bibel auf dem Schirm hat. Und dies, obwohl die Bibel die meisten Aussagen der antiken Philosophen gar nicht konterkariert, sondern eher stützt, allerdings meistens mit einem kleinen Sahnehäubchen oben auf. Dieses Sahnehäubchen ist den meisten Menschen jedoch zu anstrengend.
HEUTE: ARISTOTELES NIKOMACHISCHE ETHIK
Das höchste Gut ist nach Aristoteles die Glückseligkeit. Darum soll es hier vornehmlich gehen. Die nikomachische Ethik, stellt sich insgesamt etwas komplexer dar.
Vor dem Hintergrund der chaotischen Ereignisse in der Welt, ist dieses Thema aber sehr ambivalent zu sehen. Einerseits sind echte Glücksgefühle bei Betrachtung der aktuellen Ereignisse kaum noch möglich oder nur sehr kurzzeitig er fühlbar. Andererseits darf man Glücksgefühle nicht abschreiben oder in eine unbekannte Zukunft verschieben. Der Mensch benötigt Glücksgefühle.
Die digitale Revolution, der Klimawandel, die Polarisierung der Gesellschaft in vielen Nationen, die aktuelle nicht endende Pandemie und das Aufstreben von immer mehr Diktatoren, erwecken den Anschein, die nächsten Jahrzehnte das Weltgeschehen zu dominieren.
Also das Glück ins Rentenalter verschieben? Und was machen die Rentner?
Falls Sie das alles nicht tangiert, lassen Sie sich einen Satz von Dr. Richard David Precht auf der Zunge zergehen: „Tiere merken wenn ein Erbeben naht, Menschen ignorieren es.“
Wie erfährt man Glücksgefühle?
Abgesehen vom Verliebt sein oder einem Lottogewinn, gibt es zurzeit kaum noch Glücksgefühle, die sich langfristig einstellen. Wobei die beiden Genannten, meistens auch nur Strohfeuer darstellen.
Nicht nur Aristoteles, die meisten Philosophen sahen in dem Erreichen der „Glückseligkeit“, das höchste Ziel, dass der Mensch verfolgt. Suchen auch Sie das Glück? Ja, wer nicht! Fraglich sind nur die Wege, die Menschen einschlagen, das Glück zu finden.
Einen Hinweis auf eine Facette des Glücklich seins, gibt uns Grimms Märchen, „Hans im Glück“:
Frei von jeder Last!
Und da sind wir wieder bei den o.g. dominierenden weltweiten Ereignissen. Wenn sich Hans letztendlich über Umwege, nur des schweren Goldklumpens entledigen musste, müssten wir uns heute hermetisch von allen Medien abriegeln, um der Last der negativen Peripherie zu entkommen.
Ob Sie es glauben oder nicht, auch die Bibel geht mit Anspruch der Philosophen konform, den Zustand des Glücklich sein zu erreichen. Bibel und Philosophie zeigen ähnliche Wege auf, wenn es um den Weg zum Glück geht. Das ist besonders interessant, da das Alte Testament (Juden: Tenach; Griechen: Septuaginta) – speziell die Psalmen, Sprüche und Prediger, die erhebliche Anteile griechischer Philosophen spiegeln – und der Monotheismus, den meisten griechischen Philosophen nicht bekannt war. Die Übersetzung ins Griechische fand etwa 250 v.C. statt.
Sicherlich hatten die Griechen einige Kontakte mit den Juden, aber Monotheismus war für die Griechen kein Thema. Von dem jüdischen Gott erfuhren sie das erste Mal von Paulus, der eine Rede im Areopag hielt. Als Aufmacher verwendete Paulus einen Altar der Griechen, mit der Aufschrift, „Dem unbekannten Gott“. Diese Überschrift verwendet auch Nietzsche in einem Gedicht. Dieser Altar wurde erstellt, um möglichst keinen Gott in der mythischen Welt der Griechen, versehentlich wegen Nichtbeachtung vor den Kopf zu stoßen.
Die Tugend, als zentrales Werkzeug auf dem Weg zum Glück!
So sieht Aristoteles die Tugend als die zentrale Eigenschaft des Glücklich seins. Jedes Handeln, umfassend geprägt durch die Tugend, birgt Glückseligkeit. Die Tugend ist keine Eigenschaft, die einer individuellen Interpretation unterliegt. Die Definition ist universell. Bibel und Aristoteles sind sich da einig, es sind keine angeborenen Eigenschaften. Die Bibel nennt diese Eigenschaften “Früchte des Geistes“:
Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut und Selbstbeherrschung(Galater 5:22,23)
Bibel und Aristoteles sind sich auch einig über die Entwicklung der Tugend: Nur durch Erziehung.
Sprüche 22:6:
Erziehe den Knaben seinem Wege gemäß; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird.*
Und auch der Erwachsene wird angesprochen. 2. Timotheus 3:16,17
16 Alle Schrift ist von Gott eingegeben[10] und[11] nützlich zur Lehre[12], zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, 17 damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet.*
*Elberfelder Bibel
Einige Übersetzungen verwenden auch das quasi Synonym* für Tugend, „Tauglichkeit“. „Damit der Mensch Gottes völlig tauglich sei.“
*“Tugend ist Tauglichkeit, Tüchtigkeit zu einem edlen, guten Endzweck.“ (Samuel Smiles)
Allerdings kommt hier ein zusätzlich Aspekt zum Tragen, der mir von Aristoteles nicht bekannt ist: „Tugendhaft zu sein, bedeutet, für Gott tauglich zu sein.“ Dazu gleich mehr.
Aristoteles kennzeichnete drei Lebensformen, die Menschen präferieren, um glücklich zu sein.
1. Das Lust bezogene Leben.
2. Das politische Leben.
3. Das betrachtende Leben.
Glücklich sein, nur durch Genuss? Beide Quellen, Philosophie und Bibel verachten die Lust betonte Art der Glücksfindung und sehen darin auch nur einen temporär begrenzten Glückgewinn. Der größte Teil der Menschheit, und besonders die Werbung, orientieren sich an diesem Lebensstil. Es existieren diverse Bibelstellen, die diese Lebensart in den Fokus nehmen.
Judas 10 und Matthäus 24:37,38 stellvertretend für alle anderen:
10 Diese aber lästern alles, was sie nicht kennen; alles, was sie aber von Natur aus wie die unvernünftigen Tiere verstehen, darin verderben sie sich.
37 Aber wie die Tage Noahs waren, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. 38 Denn wie sie in jenen Tagen vor der Flut waren: – sie aßen und tranken, sie heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging 39 und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und alle wegraffte -, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.
Noch mal das Zitat von Herrn Precht, wenn auch nicht in seinem Kontext:
„Tiere merken, wenn ein Erdbeben naht, Menschen ignorieren es.“
Den politischen Lebensstil stützt die Bibel ebenfalls. Das soziale, konstruktive Miteinander in der Gemeinschaft. Beispielsweise durch Jesu goldene Regel, die Kant später in seinem „kategorischen Imperativ spiegelte: „Tue anderen das, was Du willst, das andere Dir Tun.“ (Jesu Bergpredigt)
Viele Jahrhunderte vor Aristoteles sinnierte der König Salomo über die Glückseligkeit. Hier ein Auszug. Prediger 2:1
1 Ich sprach in meinem Herzen: Auf denn, versuch es mit der Freude[1] und genieße das Gute[2]!
Prediger 2:7-11
Ich kaufte Knechte und Mägde und hatte im Haus geborene Sklaven[7]. Auch hatte ich größeren Besitz an Rindern und Schafen als alle, die vor mir in Jerusalem waren. 8 Ich sammelte mir auch Silber und Gold und Schätze[8] von Königen und Ländern. Ich beschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Vergnügungen der Menschenkinder: Frau und Frauen[9]. 9 Und ich wurde größer und reicher als alle[10], die vor mir in Jerusalem waren. Dazu verblieb mir meine Weisheit. 10 Und alles, was meine Augen begehrten, entzog ich ihnen nicht. Ich versagte meinem Herzen keine Freude, denn mein Herz hatte Freude von all meiner Mühe, und das war mein Teil von all meiner Mühe. 11 Und ich wandte mich hin zu all meinen Werken, die meine Hände gemacht, und zu der Mühe, mit der ich mich abgemüht hatte[11]. Und siehe, das alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. Also gibt es keinen Gewinn unter der Sonne. (Lesen Sie das gesamte Kapitel 2)
 
Die einzig wahre Lösung, Glückseligkeit zu erlangen? Prediger 2:26
6 Denn dem Menschen, der vor ihm wohlgefällig ist, gibt er Weisheit und Erkenntnis und Freude. Dem Sünder aber gibt er das Geschäft einzusammeln und aufzuhäufen, um es dem abzugeben, der vor Gott wohlgefällig ist. Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind.
Hier kommen wir wieder auf die Tauglichkeit vor Gott zu sprechen. Eine tiefgehende Freude oder Glückseligkeit ist nur in einem wohlgefälligen Verhältnis zu Gott möglich. Das geht sehr stark in die Richtung der dritten Lebensart des Aristoteles: Die betrachtende Lebensart. Allerdings bezieht Aristoteles nur die Vernunft und die Tugendhaftigkeit mit ein. Der Mensch aber, der gemäß Salomos Erfahrung zusätzlich Gott mit einbezieht, erfährt wahre Freude. Freude, die eben nicht nur durch Freudeshormonen freigesetzt werden.
Und jeder Leser hat es selbst erlebt! Was passierte, als Sie einem Menschen ein von Herzen kommendes Geschenk machten? Sie fühlten Glück: „Glücklicher ist Geben als Nehmen!“
Und das, obwohl sie Gott leugnen? Nicht umsonst sagt die Bibel: „Gott lässt es regnen, über Böse und Gute.“
Oder hat Ihnen dieses Gefühl die Evolution geschenkt?

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